Geht die Freiluftsaison los, schwirren auch bald wieder die schwarz-gelben Gesellen durch die Lüfte. Alles Süße scheint sie magisch anzuziehen, ganz besonders zuckerhaltige Limonaden, Speiseeis und Kuchen. Von Wespen ist die Rede.



Wie entsteht ein Wespennest? Nur die Jungköniginnen überleben in einer Winterstarre die Wintermonate in morschen Bäumen oder in einem geschützten Unterschlupf. Alle anderen Wespen gehen zugrunde, bevor es richtig kalt wird, auch die alte Königin. Für die Begattung der ersten Jungwespen ist die Königin mit einer gefüllten Samentasche ausgestattet, so dass es im Frühjahr gleich mit dem Eierlegen los gehen kann.



Nur dazu braucht die Königin ein Nest. Der Bau ist für sie zunächst mit viel Arbeit verbunden. Ein Wespennest besteht aus Pappmaschee, oder besser gesagt aus Holzfasern. Die Königin schabt diese von Brettern, Pfählen oder Holzzäunen. Mit ihrem Speichel macht sie daraus die Grundlage für den Nestbau. Sorgfältig formt sie daraus fünfeckige Waben, zu Beginn maximal 20 Stück. Sind die ersten Wespen erwachsen, muss sich die König nicht mehr um alles selber kümmern. Mit entsprechender Hilfe kann sie sich dann ihrem eigentlichen Geschäft, dem Eierlegen, widmen.

Welcher Ort wird für ein Wespennest gewählt?

Foto vom WespennestTrocken muss der Platz für ein Wespennest sein und idealerweise auch etwas abgedunkelt. In der freien Natur wird sich die Wespenkönigin deshalb bevorzugt einen hohlen Baumstamm aussuchen. Ein Dachboden eignet sich aber auch vorzüglich oder ein Schuppen. Wespen sind erfinderisch, deshalb kann es passieren, dass sich die Königin sogar einen Rollladenkasten aussucht, in dem sie nicht unbedingt willkommen ist. Ein Wespennest wird stetig weitergebaut. Je mehr Eier gelegt sind, desto mehr Platz wird gebraucht. So wird ein Wespenbau zu nahe am Menschen durchaus zu einem großen Problem.

Ein Wespennest entfernen

Vor der endgültigen Entfernung eines Wespennestes sollte man erst mal gründlich darüber nachdenken, ob man sich nicht doch arrangieren kann. Wespen stehen unter Naturschutz, deshalb darf ein Nestbau nicht einfach zerstört werden. Es muss ein geplanter Umzug erfolgen. Wer ein Wespennest entfernen will, trägt am besten einen Imkeranzug. Der komplette Körper braucht Schutz, vor allem aber das Gesicht und die Hände. Wenn ein geeigneter trockener Platz für die Umsiedlung gefunden ist, eventuell ein Baumloch im Wald, kann die Aktion starten. Die Stelle sollte aber mehr als 2 km entfernt sein, damit die Arbeitswespen auf ihren zukünftigen Flugrouten nicht durcheinander kommen...

Die beste Tageszeit ist entweder sehr früh am Morgen oder spät am Abend nach Eintritt der Dunkelheit. Dann befinden sich die Wespen alle im Nest. Mit einer Sprühflasche wird zunächst Wasser in das Nestinnere gespritzt. Das macht die Wespen zumindest eine Zeit lang flugunfähig. Mit einem Netz, das groß genug ist, kann man das Nest umwickeln. So ist sicher gestellt, dass keine Wespe herausschlüpft. Vorsichtig, damit an den empfindlichen Waben kein Schaden entsteht, wird das komplette Nest mit Hilfe einer Spachtel vom Grund, an dem es haftet, gelöst. Die Umsiedlung muss dann allerdings sehr schnell erfolgen, idealerweise in einer größeren Kiste mit Deckel im Kofferraum des Autos.

Auch die Wespen haben ihren Platz im Naturgefüge. Schon deshalb sollte man aus freien Stücken auf eine komplette Zerstörung verzichten und ein Wespennest entfernen, um es zu einer sicheren Stelle zu bringen. Außerdem ist eine Vernichtung laut § 20d BNatSchG verboten.