Nicht umsonst wurden Wespen unter Naturschutz gestellt. Entgegen der landläufigen Meinung, sind sie keinesfalls stechwütige Ungeheuer, die nur darauf aus sind, Menschen anzugreifen. Zur direkten Konfrontation kommt es nur, wenn eine Wespe meint, sich oder ihr Nest verteidigen zu müssen. Lässt man sie in Ruhe, konzentrieren sie sich auf ihre Aufgabe im Gefüge der Natur.



Wespen richtig verstehen

Foto vom WespennestBei uns gibt es nur zwei Wespenarten, die im Sommer zur Plage werden können, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Sogar die größte Wespenart, die Hornisse, hält sich lieber vom Menschen fern und ist keinesfalls in der Lage, mit einem Stich einen Menschen zu töten. Außer den staatenbildenden Wespen existieren in unseren Gefilden noch zahlreiche Solitärwespenarten, wie zum Beispiel die Waldwespen. Sie legen ihre Eier bevorzugt in Holzlöcher, Pflanzenstängel oder vom Menschen errichtete Insektenhotels.

Wespen als Nützlinge verstehen

Sind die ersten Arbeiterinnen des neuen Wespenvolkes geschlüpft, gehören zu deren Hauptaufgaben die Nesterweiterung und die Aufzucht der Larven. Damit diese groß und kräftig werden, bekommen sie reichlich Proteine. Arbeiterinnen fangen somit Unmengen von Schädlingslarven, Fliegen und Mücken, um damit den Nachwuchs zu füttern. Dabei machen sie sogar vor Aas nicht halt. Das Steak auf dem Teller ist ja eigentlich auch nichts anderes. Erwachsene Wespen ernähren sich dagegen hauptsächlich von Pollen, was sie wiederum zum wichtigen Glied in der Blütenbestäubung macht. Unter diesen Aspekten betrachtet, sind Wespen Nützlinge, die für die Landwirtschaft sehr wichtig sind.

Ab August suchen Wespen Süßes

Im späten Hochsommer stellt die Königin die Eiablage ein. Von nun an haben die Wespen ebenfalls nicht mehr viel zu tun und konzentrieren sich mehr um das eigene Vergnügen. Dabei fallen sie bevorzugt über alles Süße her, das sie dann auch selber verzehren. Bis zum August sind Wespen so sehr mit ihrer Brutpflege beschäftigt, dass sie nur selten lästig auffallen. Wird es gegen Ende des Jahres immer kälter, gehen bis auf die geschlüpften Jungköniginnen alle Wespen ein. Wespenprobleme erledigen sich somit spätestens dann von ganz alleine.