Hätte sie keinen Giftstachel, wäre eine Wespe sicherlich nicht so gefürchtet. Doch leider mussten viele von uns schon mit mit dem überaus wirkungsvollen Abwehrmechanismus einer Wespe Bekanntschaft machen, was den Beliebtheitsgrad dieser Insektenart nicht gerade positiv unterstützt. Somit sind Wespen allgemein nicht gerade gern gesehen.

Wespengift - Bestandteile



Wespen auf NahrungssucheDas Gift einer Wespe setzt sich aus niedermolekularen Peptiden, Aminosäuren, biogenen Aminen sowie höhermolekularen Eiweißen zusammen. Kinine sind Gewebehormone, die nach dem Stechen ein Anspannen der Muskulatur, einen Abfall des Blutdrucks und eine Erhöhung der Gefäßpermeabilität bewirken. Biologische Amine in den Wespengift Bestandteilen sind für die lokale Schwellung verantwortlich, die auch ziemlich heftig ausfallen kann.

Die Folgen eines Wespenstichs

Der Stich einer Wespe verursacht einen eindringlichen Schmerz, der sich später zu einem unangenehmen Juckreiz entwickelt. Gleichzeitig schwellt die betroffene Stelle stark an. Normalerweise besteht nach einem Wespenstich keine Lebensgefahr. Anders sieht es jedoch aus, wenn eine Allergie gegen die im Wespengift enthaltenen Stoffe besteht. In diesem Fall ist eine Desensibilisierung äußert sinnvoll, denn durch eine Immunisierung lässt sich das Risiko bei einem Wespenstich erheblich reduzieren.

Immunisierung bei einer bestehenden Wespengiftallergie

Eine Desensibilisierung, auch Hyposensibilisierung genannt, trägt erheblich dazu bei, Wespen ihren Schrecken zu nehmen. Zunächst wird erst einmal geprüft, ob tatsächlich eine Wespengiftallergie besteht. Die IgE-Antikörper gegen das Gift lassen sich im Blut nachweisen. Ob es sich aber tatsächlich um eine Allergie handelt, beweisen erst die Tests. Dazu wird das Gift in jeweils leicht ansteigender Dosis unter die Haut eingespritzt. Dieses Verfahren erfolgt natürlich unter ärztlicher Kontrolle, so dass bei einer heftigen Reaktion sofort eingegriffen werden kann.

Steht der Befund der Wespengiftallergie fest, kann die Desensibilisierung beginnen. Während der Phase der Einleitung erhält der Betroffene verdünntes Wespengift in relativ kurzen Abständen eingespritzt. Während der Erhaltungsphase, die 3 bis 4 Jahre andauert, sind die Zeitintervalle länger. Das Spritzen erfolgt dann in einem vierwöchigen Abstand.

Jeder Mensch mit einer Wespenstichallergie muss für sich selbst bestimmen, ob für ihn eine Desensibilisierung in Frage kommt. Für Betroffene, die aus beruflichen Gründen öfters auf Wespen treffen, ist sie jedoch unbedingt zu empfehlen.